Zwölf neue Songs, ein Albumtitel ohne Umwege und die drei Stimmen, mit denen alles begann: Die britische Girlgroup Sugababes meldet sich in Urbesetzung mit neuer Musik zurück. Mutya Buena, Keisha Buchanan und Siobhán Donaghy haben für den 12. Februar 2027 ihr neues Studioalbum angekündigt. Es trägt schlicht den Namen „Sugababes“ – und genau diese Selbstverständlichkeit macht die Nachricht so spannend.
- Spotify | AppleMusic | Deezer
- Tickets im Eventkalender
- Highlights auch im Newsletter
Denn bei kaum einer Popgruppe erzählt bereits der Name so viel Geschichte. Die Sugababes stehen für wechselnde Besetzungen, enorme Chart-Erfolge, ikonische UK-Pop-Singles und eine Karriere, die mehrfach neue Kapitel aufschlug. Dass nun ausgerechnet die Originalformation ein Album unter dem Bandnamen veröffentlicht, ist mehr als bloße Nostalgie. Es ist ein Statement.
Sugababes in Urbesetzung: Das Album 2027
Laut der Ankündigung in den sozialen Medien soll „Sugababes“ am 12. Februar 2027 erscheinen und insgesamt zwölf Songs enthalten. Konkrete Songtitel, Produzentinnen und Produzenten oder erste Hörproben sind bislang nicht genannt. Gerade deshalb funktioniert die Meldung: Sie setzt ganz auf die Kraft der Konstellation Buena, Buchanan und Donaghy.
Der Albumtitel wirkt wie eine bewusste Rückeroberung. Kein langes Konzeptwort, kein Rückblick im Titel, kein Versuch, die eigene Vergangenheit zu erklären. Nur Sugababes. Für Fans ist das eine klare Botschaft: Diese drei Sängerinnen müssen nicht mehr beweisen, dass sie zusammengehören. Sie haben sich ihren Platz in der Popgeschichte längst ersungen.
Ob die Platte stärker an den rauen, R&B-nahen Sound der frühen Jahre anknüpft oder den eleganten Electro-Pop späterer Sugababes-Phasen aufgreift, bleibt offen. Ideal wäre keine bloße Kopie von 2000. Entscheidend wird sein, ob die neue Musik die besondere Reibung dieser Stimmen in eine Gegenwart übersetzt, in der Pop zugleich unmittelbarer, mutiger und oft persönlicher klingt.
Warum diese Besetzung so besonders ist
Die Sugababes entstanden Ende der 1990er-Jahre in London. Mutya Buena, Keisha Buchanan und Siobhán Donaghy waren keine glatt polierte Casting-Konstruktion, sondern eine Girlgroup mit auffällig eigenem Ton. Ihre Stimmen klangen unterschiedlich, aber nie gegeneinander: Buenas warmes, soulige Timbre, Buchanans präzise Popstimme und Donaghys eigenwillige, leicht kantige Färbung machten aus dem Trio einen unverwechselbaren Gesamtklang.
Das Debütalbum „One Touch“ von 2000 gilt bis heute als Schlüsselwerk der britischen Popmusik jener Zeit. Singles wie „Overload“ zeigten, dass eine Girlgroup nicht zwingend auf maximale Hochglanzproduktion setzen musste. Die Songs waren urban, melancholisch und selbstbewusst. Sie wirkten erwachsener als vieles, was damals im Teen-Pop dominierte.
Schon früh änderte sich jedoch die Besetzung. Siobhán Donaghy stieg 2001 aus, Heidi Range kam hinzu. In verschiedenen Formationen blieb der Name Sugababes zwar in den Charts präsent, doch für viele langjährige Hörerinnen und Hörer blieb die Chemie des ersten Trios etwas Einmaliges.
Die erneute Zusammenarbeit von Buena, Buchanan und Donaghy begann zunächst unter dem Namen Mutya Keisha Siobhán (MKS). Dass sie später wieder als Sugababes auftreten konnten, gab der Geschichte eine besondere Wendung. Aus einem nostalgischen Wiedersehen wurde eine echte Rückkehr mit eigener künstlerischer Perspektive.
Der Erfolg: Von „Overload“ bis „Push the Button“
Die Diskografie der Sugababes ist nicht nur wegen ihrer Länge bemerkenswert, sondern wegen ihrer Wandlungsfähigkeit. Mit „One Touch“ legte die ursprüngliche Besetzung ein Album vor, das inzwischen weit über die Jahrtausendwende hinausstrahlt. Es war kein gigantischer Verkaufsschlager wie spätere Veröffentlichungen, aber es etablierte die Gruppe als Pop-Act mit Haltung und musikalischer Eigenart.
Der kommerzielle Durchbruch kam mit den folgenden Jahren. „Angels with Dirty Faces“ brachte Hits wie „Freak Like Me“, „Round Round“ und „Stronger“. Gerade „Freak Like Me“ blieb als cleverer, kantiger Popmoment hängen: ein Song, der bekannte musikalische Elemente neu zusammensetzte und damit nach vorne statt zurück klang.
Mit „Three“ festigten die Sugababes ihren Status. „Hole in the Head“ wurde zum internationalen Erfolg und zeigte, wie groß ihre Spannweite inzwischen war. Die Gruppe konnte Club-Pop, R&B-Einflüsse, Balladen und bissige Midtempo-Tracks glaubwürdig verbinden. Das war ein wichtiger Unterschied zu vielen kurzlebigen Popprojekten ihrer Ära.
Dann folgte „Taller in More Ways“, ein Album, das mit „Push the Button“ einen der größten Sugababes-Hits überhaupt hervorbrachte. Der Song wurde zum Dauerbrenner, lief auf Partys, im Radio und später in unzähligen Throwback-Playlists. Er steht bis heute für die Klasse der Gruppe, einen Refrain so eingängig zu bauen, dass er sofort zündet, ohne seine Coolness zu verlieren.
Auch „Change“, „Catfights and Spotlights“, „Sweet 7“ und „Freedom“ gehören zur wechselhaften, aber relevanten Diskografie. Nicht jede Phase wurde von Publikum und Kritik gleich stark aufgenommen. Doch selbst in Zeiten personeller Unruhe blieb der Sugababes-Katalog voll von Songs, die britischen Mainstream-Pop entscheidend mitgeprägt haben.
Mehr als ein 2000er-Comeback
Die Ankündigung trifft einen Nerv, weil Pop der 2000er wieder sichtbar und hörbar geworden ist. Alte Hits erleben auf Social Media neue Wellen, Festival-Line-ups setzen auf große Nostalgie-Momente, und eine Generation, die mit CDs, Musikfernsehen und frühen MP3-Playern aufgewachsen ist, will ihre Lieblingsacts wieder live erleben. Doch die Sugababes haben einen Vorteil: Ihre Songs funktionieren nicht nur als Erinnerung.
Tracks wie „Overload“, „Round Round“ oder „Push the Button“ klingen nicht wie bloße Zeitkapseln. Sie besitzen starke Melodien, markante Harmonien und eine gesangliche Identität, die sich von vielen aktuellen Popproduktionen abhebt. Das macht die Erwartung an das neue Material größer – aber auch anspruchsvoller.
Ein Album mit zwölf Tracks bietet genug Raum für unterschiedliche Facetten. Fans hoffen vermutlich auf mehrstimmige Hooks und elegante Popproduktionen, aber auch auf Momente, in denen die drei Sängerinnen ihre individuelle Persönlichkeit ausspielen. Siobhán Donaghys Solokarriere stand oft für experimentierfreudigen Art-Pop, Mutya Buena brachte Soul und emotionale Direktheit ein, während Keisha Buchanan seit jeher eine zentrale Stimme für die Pop-Präzision der Gruppe ist.
Die Herausforderung liegt darin, diese Stärken nicht als Rückblick auszustellen. Ein neues Sugababes-Album muss nicht jeden alten Hit zitieren. Es sollte vielmehr zeigen, warum drei so unterschiedliche Stimmen 2027 noch immer eine spannende Einheit bilden können.
Was Fans jetzt erwarten dürfen
Bis zum Veröffentlichungstermin am 12. Februar 2027 dürfte die Band weitere Details nachreichen: eine erste Single, die Tracklist, visuelle Konzepte und möglicherweise Live-Termine. Gerade Konzerte wären für diese Rückkehr zentral. Die Sugababes sind eine Gruppe, deren Magie sich nicht allein aus Streamingzahlen erklärt. Wenn drei Stimmen im Refrain ineinandergreifen und das Publikum jede Zeile mitsingt, wird aus Popgeschichte ein echter Gegenwartsmoment.
Für den deutschsprachigen Markt dürfte das Interesse ebenfalls groß sein. Die größten Sugababes-Hits gehören fest zum Soundtrack der 2000er und funktionieren noch immer zwischen Pop-Party, Clubnacht und Festival-Playlist. Ob das neue Album auch neue Hörerinnen und Hörer erreicht, hängt am Ende nicht am nostalgischen Bonus, sondern an der Qualität der ersten Songs.
Bis dahin lohnt es sich, den Katalog nicht nur auf die ganz großen Singles zu reduzieren. „One Touch“ und die späteren Erfolgsalben zeigen, wie viele unterschiedliche Seiten diese Band hatte. Wenn „Sugababes“ 2027 daran anknüpft und zugleich etwas Neues wagt, könnte aus der Rückkehr der Urbesetzung einer der aufregendsten Popmomente des Jahres werden.

