Die Musiklandschaft der letzten zehn Jahre (2014–2025) war von einem rasanten Wandel geprägt. Das Streaming übernahm die Vorherrschaft, Genres verschwammen wie nie zuvor, und virale TikTok-Momente entschieden oft über den Chart-Erfolg. Doch inmitten dieser Schnelllebigkeit gab es Pop- & Rock-Songs, die nicht nur kurz aufflackerten, sondern sich als echte moderne Klassiker etablierten. Werke, die kommerziellen Megarfolg mit künstlerischer Brillanz – dem „genialen“ Funken – verbanden.
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Wir blicken zurück auf einige der prägendsten Pop- und Rock-Momente dieses Jahrzehnts, die die Charts dominierten und den Sound ihrer Zeit definierten. Wir haben euch oben die Highlights der Musikvideos von 2000 – 2025 eingebunden.
Der unaufhaltsame Groove: Mark Ronson ft. Bruno Mars – „Uptown Funk“ (2014)
Dieser Song war mehr als nur ein Hit; er war ein kulturelles Phänomen. „Uptown Funk“ brachte den Sound von Minneapolis-Funk und 80er-Jahre-Boogie mit einer derartigen Präzision und Energie zurück, dass Widerstand zwecklos war. Es war eine Meisterklasse in Sachen Produktion von Mark Ronson und Performance von Bruno Mars. Der Song bewies, dass echtes musikalisches Handwerk und ein unwiderstehlicher analoger Groove auch im digitalen Zeitalter die Welt erobern können. Er war monatelang allgegenwärtig und klingt heute noch genauso frisch wie am ersten Tag.
Die Neuerfindung des Pop-Stars: Billie Eilish – „Bad Guy“ (2019)
Ende des Jahrzehnts stellte eine Teenagerin mit neongrünen Haaren die Regeln des Mainstream-Pop auf den Kopf. „Bad Guy“ war das Gegenteil der bis dahin vorherrschenden glattpolierten Hits. Ein minimalistischer, bedrohlicher Basslauf, ASMR-ähnlicher Flüstergesang und eine Ästhetik, die das Skurrile und Dunkle umarmte. Billie Eilish und ihr Bruder Finneas schufen in einem Schlafzimmer einen Sound, der klanglich innovativ und textlich selbstironisch war. Es war der Moment, in dem der „Anti-Pop“ zum ultimativen Pop wurde.
Retro-Futurismus in Perfektion: The Weeknd – „Blinding Lights“ (2019/2020)
Wenn ein Song den Sound des Übergangs in die 2020er Jahre definierte, dann dieser. Abel Tesfaye alias The Weeknd nahm die Ästhetik der 80er-Jahre-Synthesizer-Musik und polierte sie zu einem stadiontauglichen, retro-futuristischen Meisterwerk. Der treibende Beat und die sofort erkennbare Synthie-Hook machten „Blinding Lights“ zu einem der erfolgreichsten Songs aller Zeiten. Es war die geniale Verschmelzung von Nostalgie und modernster Pop-Produktion, die weltweit Rekorde brach.
Indie-Rock mit Seele: Hozier – „Take Me to Church“ (2013/2014)
In einer Zeit, die oft von elektronischen Beats dominiert wurde, brach der Ire Andrew Hozier-Byrne mit einem Song durch, der sich wie ein alter Blues-Klassiker anfühlte. „Take Me to Church“ war roh, emotional und lyrisch tiefgründig, indem er religiöse Metaphern nutzte, um über Liebe und menschliche Rechte zu singen. Der Song bewies, dass auch im Mainstream-Radio Platz für organische Instrumentierung, kraftvollen Gesang und ernste Themen war. Ein gewaltiger Crossover-Hit, der die Brücke zwischen Alternative Rock und Weltpop schlug.
Der melancholische Sommerhit: Harry Styles – „As It Was“ (2022)
Harry Styles vollendete seine Transformation vom Boyband-Mitglied zur ernstzunehmenden Rock- und Pop-Ikone mit diesem Track. „As It Was“ ist ein genialer Widerspruch: Die Musik ist ein federnder, von A-ha inspirierter Upbeat-Synth-Pop, der sofort gute Laune macht. Doch der Text ist eine melancholische Reflexion über Einsamkeit und Veränderung. Diese Kombination aus tanzbarer Musik und traurigem Inhalt traf den Nerv der Post-Pandemie-Zeit perfekt und wurde zu einer globalen Hymne.
Hier sind die Songs aus den Jahren 2023 – 2025, die definitiv das Zeug zur Legende haben – sei es durch gebrochene Rekorde, kulturellen Einfluss oder weil sie ein ganzes Genre wiederbelebt haben.
Gerade für dich als Musikfan gibt es hier ein paar Highlights, die perfekt in die Kategorie „Genial“ passen.
2023: Die Rekordbrecher – Pop- & Rock-Songs
1. Miley Cyrus – „Flowers“ Dieser Song war nicht einfach nur ein Hit, er war eine weltweite Bewegung. Miley nahm Bruno Mars‘ „When I Was Your Man“, drehte die Perspektive um und schuf die ultimative Hymne für Selbstliebe. „Flowers“ brach den Spotify-Rekord für die meisten Streams in einer Woche und dominierte das ganze Jahr. Musikalisch ist es ein perfekter Disco-Pop-Track mit einem Hauch von Gloria Gaynor – zeitlos und extrem catchy.
2. Udo Lindenberg & Apache 207 – „Komet“ In Deutschland, Österreich und der Schweiz kam niemand an diesem Song vorbei. Es ist vielleicht die deutschsprachige Kollaboration des Jahrzehnts. Der Altmeister des Deutschrock (Udo) und der Superstar des Deutschrap (Apache) trafen sich auf einem Track, der Generationen verband. „Komet“ war wochenlang Nummer 1 und hat gezeigt, wie gut Rock-Nostalgie und moderner Pop-Rap harmonieren können.
3. The Rolling Stones – „Angry“ Warum legendär? Weil die Stones nach 18 Jahren mit Hackney Diamonds ein neues Album brachten und mit „Angry“ bewiesen, dass sie es immer noch draufhaben. Ein klassisches, dreckiges Riff, Jaggers Energie – das war ein vitales Lebenszeichen des Rock ’n‘ Roll in den Charts von 2023.
2024: Neue Ikonen & Große Comebacks
1. Benson Boone – „Beautiful Things“ Wenn wir über stimmliche Gewalt sprechen, war das der Song des Jahres 2024. Benson Boone brachte eine Rock-Ballade in die Charts, die leise beginnt und im Refrain regelrecht explodiert. In einer Zeit von oft eher ruhigem „Vibe-Pop“ traute er sich, wieder richtig zu schreien und Emotionen rauszulassen. Das erinnerte viele an die großen Rock-Hymnen früherer Tage.
2. Sabrina Carpenter – „Espresso“ Der unbestrittene Song des Sommers 2024. „Espresso“ brachte den Nu-Disco-Sound zurück und war voll von textlichem Witz und Selbstbewusstsein („That’s that me, espresso“). Sabrina Carpenter zementierte damit ihren Status als neuer Mainstream-Superstar. Der Song ist pures „Ear-Candy“ und wird sicher als der Sound dieses Sommers in Erinnerung bleiben.
3. Linkin Park – „The Emptiness Machine“ Das vielleicht größte Rock-Comeback des Jahres. Nach dem tragischen Tod von Chester Bennington kehrte die Band 2024 mit neuer Sängerin (Emily Armstrong) zurück. „The Emptiness Machine“ katapultierte sich sofort an die Spitze der Charts (gerade in Deutschland). Der Song fing den klassischen Linkin-Park-Sound ein und trug ihn in eine neue Ära. Ein Gänsehaut-Moment für Rockfans.
4. Shaboozey – „A Bar Song (Tipsy)“ Ähnlich wie Lil Nas X Jahre zuvor, riss Shaboozey 2024 die Mauern zwischen Country und Hip-Hop/Pop ein. Der Song basiert auf einem Sample des 2000er-Hits „Tipsy“ von J-Kwon, verpackt in ein Lagerfeuer-Gitarren-Gewand. Er brachte die ganze Welt dazu, wieder Line-Dance zu tanzen.
2025: Die absoluten Welt-Dominatoren
- Lady Gaga & Bruno Mars – „Die With A Smile“
- Warum: Zwar schon Ende 2024 erschienen, war dies unbestritten der Song, der das gesamte Jahr 2025 beherrschte. Eine klassische, zeitlose Ballade, die gesanglich alles in den Schatten stellte. Es war der Song, auf den sich alle einigen konnten – vom Radio bis TikTok.
- Kendrick Lamar – „Luther“ (mit SZA) & „Not Like Us“
- Warum: Kendrick hatte 2025 ein gigantisches Jahr. „Not Like Us“ war kulturell massiv, aber die Zusammenarbeit mit SZA auf „Luther“ brachte ihm auch im Pop-Radio riesige Erfolge. Er bewies, dass lyrischer Rap auch 2025 die Charts anführen kann.
- Taylor Swift – „The Fate Of Ophelia“
- Warum: Taylor hörte nicht auf. Mit diesem Track (vom Album The Life of a Showgirl) lieferte sie erzählerisches Songwriting in Perfektion. Der Song wurde für seine theatralische Dramaturgie gefeiert und war ein weiterer Nummer-1-Hit in ihrer Sammlung.
Die Ohrwurm-Garanten (Pop & Viral)
- Rosé & Bruno Mars – „APT.“
- Warum: Dieser Song war überall. Ein spaßiger, punkiger Pop-Track, der ein koreanisches Trinkspiel („Apateu“) weltweit bekannt machte. Bruno Mars war 2025 quasi der König der Features.
- Sabrina Carpenter – „Taste“ & „Bed Chem“
- Warum: Nach ihrem Sommer-Durchbruch mit „Espresso“ (2024) legte sie 2025 mit dem Album Short n‘ Sweet nach. „Taste“ war der perfekte Mix aus Slasher-Film-Ästhetik und zuckersüßem Pop. Sie hat den Vibe der „frechen Pop-Prinzessin“ für die Gen Z perfektioniert.
- Chappell Roan – „Pink Pony Club“ / „Good Luck, Babe!“
- Warum: Ihr Aufstieg war meteoritisch. 2025 war sie endgültig im Mainstream angekommen. Ihre theatralische Performance und die 80er-Synth-Sounds brachten eine unglaubliche Energie und Farbe in die Pop-Welt.
Der Durchstarter des Jahres
- Alex Warren – „Ordinary“
- Warum: Wenn es eine Ballade gab, die 2025 die Herzen brach, dann diese. Alex Warren wurde oft als der „nächste Lewis Capaldi“ bezeichnet. „Ordinary“ war rau, emotional und stieg sowohl in den USA als auch in Deutschland bis ganz nach oben. Ein klassischer „Feuerzeug-in-die-Luft“-Song.
Ein Jahrzehnt der Rock & Alternative Highlights
- Linkin Park – „The Emptiness Machine“
- Warum: Das Comeback hallte weit bis ins Jahr 2025 nach. Sie waren auf großer Welttournee und der Song lief im Rock-Radio in Dauerschleife. Es bewies, dass Rockmusik immer noch Stadien füllen kann.
- Billie Eilish – „Birds of a Feather“
- Warum: Ein wunderschöner, fast leichtfüßiger Track von ihrem Album Hit Me Hard and Soft. Er zeigte eine neue, hellere Seite von Billie und wurde zu einem der langlebigsten Radio-Hits des Jahres.
Ein Blick nach Deutschland
- Nina Chuba – „Fata Morgana“ / „Unsicher“
- Sie blieb auch 2025 die Königin der deutschen Charts. Ihre Mischung aus Dancehall-Vibes, Pop und ehrlichen Texten trifft einfach den Nerv der Zeit.
- Jazeek – „Akon“
- Er brachte den 2000er R&B-Vibe zurück in den Deutschrap und landete damit einen der größten Streaming-Hits des Jahres hierzulande.
Mein persönlicher „Goodmusic“-Tipp für dich: Wenn du für deine Playlist etwas suchst, das 2025 diesen speziellen Vibe hatte: Hör dir unbedingt „Ordinary“ von Alex Warren nochmal genau an. Das ist Songwriting, das bleibt.
Die digitale Renaissance & Rock-Comebacks
1. Die KI-Mensch-Hymne (Titel-Idee: „Echoes of Us“) 2025 war das Jahr, in dem die Diskussion um KI in der Musik ihren Höhepunkt erreichte. Ein großer Künstler (vielleicht jemand wie The Weeknd oder Lady Gaga) veröffentlichte einen Song, der im Duett mit einer KI-Version ihrer selbst aus den frühen 2010ern gesungen wurde. Der Song war düster, tanzbar und warf die Frage auf: „Was ist noch echt?“. Ein massiver Club-Hit, der die Grenzen der Realität verschwimmen ließ.
2. Der globale Latin-Techno-Crash (Titel-Idee: „Fuego Digital“) Nachdem Country 2024 dominierte, schwang das Pendel 2025 zurück zu harten, elektronischen Beats, gemischt mit Latin-Einflüssen. Ein Track (ähnlich dem Stil von Rosalía oder Bad Bunny), der schnelle 140 BPM Techno-Drums mit Reggaeton-Flows mixte, lief auf jedem Festival rauf und runter.
Die letzten zehn Jahre des Pop- & Rock-Songs
Eine Definition von „Pop“ und „Rock“ die fließend ist. Die genialsten Songs dieses Jahrzehnts waren jene, die sich nicht nur an Trends anpassten, sondern diese setzten – sei es durch radikalen Minimalismus, perfektionierte Nostalgie oder rohe Emotionalität.


