David Bowie
Als David Bowie im Januar 2016 starb, verstummte nicht nur eine Stimme der Popgeschichte – es endete eine Ära. Kaum ein Künstler hat Musik, Mode und Identität so radikal neu gedacht wie er. Bowie war nie nur Sänger. Er war Konzept, Projekt, Kunstfigur und Visionär zugleich.
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David Bowie Steckbrief:
- Sein Name: David Robert Jones
- Künstlername: David Bowie
- Geboren: 8. Januar 1947, Brixton, London, Vereinigtes Königreich
- Verstorben: 10. Januar 2016, New York City, New York, Vereinigte Staaten
- Krankheit: Verstorben an Leberkrebs
- Kinder: Alexandria Zahra Jones, Duncan Jones
- Ehepartnerin: Iman Abdulmajid (verh. 1992–2016), Angela Bowie (verh. 1970–1980)
- Vermögen: 230 Millionen US-Dollar
Geboren wurde er 1947 in London als David Robert Jones, doch schon früh war klar, dass dieser Name nicht zu der Person passen würde, die er werden wollte. Rock ’n’ Roll, Jazz und die Beat-Literatur öffneten ihm als Jugendlichem die Tür zu einer Welt jenseits des Alltäglichen. Besonders sein Halbbruder Terry führte ihn in die kreative Underground-Szene Londons ein – ein Einfluss, der Bowies Denken für immer prägen sollte.
Die Suche nach einer eigenen Stimme
In den frühen 1960er-Jahren spielte Bowie in verschiedenen Bands, sang, spielte Saxophon und schrieb erste Songs. Keines dieser Projekte war erfolgreich, doch jedes brachte ihn näher an das, was ihn später auszeichnen sollte: stilistische Offenheit und die Bereitschaft, sich immer wieder neu zu erfinden.
Als ihm klar wurde, dass „David Jones“ zu sehr an Davy Jones von den Monkees erinnerte, erfand er sich neu – als David Bowie. Der Name war ein Versprechen: nicht angepasst, nicht austauschbar, sondern scharfkantig, eigenständig und auffällig.
Sein erstes Album von 1967 blieb zwar kommerziell erfolglos, doch es zeigte bereits seine kreative Neugier. Der Durchbruch kam zwei Jahre später – ausgerechnet mit einem Lied über Einsamkeit im All.
„Space Oddity“ und der Beginn der Legende
Mit Space Oddity schuf Bowie 1969 eine der ikonischsten Figuren der Popmusik: Major Tom, den Astronauten, der den Kontakt zur Erde verliert. Der Song wurde ein Hit, gewann Preise und machte Bowie schlagartig bekannt.
Doch Bowie wollte mehr als nur ein One-Hit-Wonder sein. Während andere Künstler nach Erfolgen wiederholten, was funktionierte, nutzte er seinen Ruhm als Startrampe für immer neue Experimente.
Ziggy Stardust – als Pop zur Performance wurde
1972 erschuf Bowie sein berühmtestes Alter Ego: Ziggy Stardust, ein außerirdischer Rockstar, der die Erde vor dem Untergang retten soll – und dabei selbst daran zerbricht. Mit dem Album The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars wurde Bowie zur globalen Ikone.
Plötzlich war Popmusik nicht mehr nur Klang, sondern Theater: grelle Kostüme, geschminkte Gesichter, androgyne Körperbilder und eine bewusst provozierende Sexualität. Bowie spielte mit Geschlechterrollen und öffentlicher Wahrnehmung – und veränderte damit nachhaltig, wie ein Rockstar aussehen durfte.
Seine Konzerte wurden zu Ereignissen, seine Figuren zu Projektionsflächen für eine ganze Generation, die sich zwischen Konvention und Selbstverwirklichung bewegte.
David Bowies Vermögen und Nachlass
David Bowie gehörte nicht nur künstlerisch, sondern auch wirtschaftlich zu den erfolgreichsten Musikern seiner Generation. Über Jahrzehnte hinweg baute er ein beträchtliches Vermögen auf – durch Plattenverkäufe, Tourneen, Lizenzen, Filmrollen und kluge Rechteverwertungen. Fachmedien wie Forbes schätzten sein Vermögen zum Zeitpunkt seines Todes auf rund 230 Millionen US-Dollar, womit er zu den reichsten Künstlern der Popgeschichte zählte.
Bowie regelte seinen Nachlass präzise und bewusst. In seinem Testament bestimmte er, dass sein Vermögen auf mehrere ihm nahestehende Personen verteilt wird: seine Ehefrau, seine Kinder sowie zwei enge Wegbegleiterinnen – seine langjährige Assistentin Corinne „Coco“ Schwab und das frühere Kindermädchen Marion Skene. Diese Entscheidung spiegelte Bowies Loyalität gegenüber den Menschen wider, die ihn über viele Jahre hinweg privat und beruflich begleitet hatten.
Vom Glam Rock zur künstlerischen Freiheit
Nach dem Ende von Ziggy Stardust zog Bowie die Notbremse – und beendete die Figur öffentlich auf der Bühne. Was folgte, war eine Phase kreativer Explosionen: Aladdin Sane, Diamond Dogs, seine Arbeit als Produzent für Lou Reed und Iggy Pop – Bowie wurde zum Taktgeber einer ganzen Szene.
Mitte der 1970er zog es ihn nach New York. Dort entdeckte er Soul, Funk und R&B neu und veröffentlichte Young Americans, inklusive seines ersten US-Nummer-eins-Hits Fame, den er gemeinsam mit John Lennon schrieb.
Parallel dazu begann seine Filmkarriere, unter anderem mit der Hauptrolle in Der Mann, der vom Himmel fiel – eine Rolle, die seiner eigenen öffentlichen Persona unheimlich nahekam.
Warum David Bowie bis heute wirkt
David Bowie war nie nur Teil der Popkultur – er hat sie ständig neu definiert. Er zeigte, dass ein Künstler nicht festgelegt sein muss, dass Wandel kein Risiko, sondern eine kreative Strategie sein kann.
Ob als Ziggy Stardust, als eleganter „Thin White Duke“ oder als experimenteller Klangforscher der späten Jahre: Bowie blieb immer einen Schritt voraus. Seine Musik, seine Bilder und seine Ideen sind heute aktueller denn je – in einer Welt, in der Identität immer neu verhandelt wird.
David Bowie war nicht einfach ein Star – er war eine Möglichkeit.


Verdammt schöner Artikel, sachlich gut geschrieben und informativ